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Mein ganz persönlicher Selbstversuch

Mein ganz persönlicher Selbstversuch

Wie einige von euch bereits wissen, habe ich nach einem Anflug von Unzufriedenheit begleitet von massiven Magenproblemen, letzten Sommer entschlossen, eine Weile mit dem Designen aufzuhören und meine Zeit zu nutzen um herauszufinden, was ich in meinem Leben erreichen möchte, sei es beruflich oder privat.

Seither habe ich ein Tagebuch – mittlerweile eher ein Wochen- oder Monatsbuch – geführt, um meine Erfahrungen und Ideen festzuhalten. Ich habe sehr viel über Selbstfindung und Glück gelesen. Unter anderem das sehr zu empfehlende Buch ‘Die Regeln des Glücks’, von Dalai Lama. Ich habe verschiedene Persönlichkeitstests gemacht und verschiedene Techniken ausprobiert um meine Denkweise zu verändern. Alles um herauszufinden, was mich glücklich macht und was ich in Zukunft mit meinem Leben anfangen möchte.

Und leck mich am … das ist gar nicht so einfach!

Herauszufinden, dass ich mit meinem Job als selbständiger Designer nicht glücklich bin, war ja noch recht leicht. Ich bin nämlich in der ‚glücklichen‘ Situation einen Körper und speziell einen Magen zu haben, der genau zu wissen scheint, wenn was nicht passt und das auch ganz ungehemmt zum Ausdruck bringt. In diesem Fall mit den oben erwähnten Magenproblemen.

Aber was jetzt? Was machst du, wenn du dich jahrelang mit Architektur und Design beschäftigt hast, darin auch sehr gut bist, und dann zu der grandiosen Erkenntnis kommst, dass dich der Job nicht erfüllt und dass du eigentlich lieber etwas anderes machen möchtest, aber keinen blassen Schimmer hast was?!

Nachdem die ersten Panikattacken verflogen sind und du dich wieder etwas beruhigt hast, machst du folgendes:

Du liest! Du meditierst! Du gehst wandern! Du machst Persönlichkeitstests! Du schaust dir Studien- und Weiterbildungsprogramme an! Du sprichst mit Freunden! Du nervst deine Freundin jeden Tag mit deinen Grübeleien und deinen Sorgen! Und du probierst verschiedenste Sachen aus!

 

Zum Beispiel interessiere ich mich sehr für Kaffee, also ab zum Kaffeeworkshop. Ich möchte etwas zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit beitragen, also hab’ ich mich als freiwilliger Mitarbeiter beim Verein SOL – Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil gemeldet, für den ich momentan das Projekt SOL-Selbstversuch leite.

Durch all diese Dinge, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich etwas mit Menschen machen möchte und dass es für mich meine Arbeit einen tieferen Sinn haben muss. Das heißt, es würde für mich beispielsweise nicht reichen in einem Möbelgeschäft zu arbeiten. Der Kontakt mit Menschen wäre zwar da, der tiefere Sinn würde aber fehlen. Mit dem tieferen Sinn meine ich, jemandem zu helfen oder etwas für die Umwelt oder die Gesellschaft zu tun.

 

Und was ist jetzt dabei herausgekommen?

Ich werde ab September an der FH-Wien Soziale Arbeit studieren. Ob das genau das Richtige ist, weiß ich natürlich erst nachdem ich es gemacht habe, aber wie schon weiter oben erwähnt: Probier’s aus! Du wirst erst wissen, ob es dir spaß macht, wenn du es probiert hast. Vorher ist alles reine Spekulation. Du weißt ja schließlich auch erst nach dem Probieren, ob dir eine Eissorte schmeckt oder nicht.

Und ganz wichtig …. Lass dir nicht von anderen sagen, was du tun oder lassen sollst. Lass dich von  Sprüchen wie ‘Du bist zu alt um zu studieren’, ‘Sozialberufe sind Frauenberufe’ oder ‘Arbeite doch bei der Bank, da kannst du richtig viel Geld verdienen. Kunst ist ein brotloser Job’, nicht aus der Ruhe bringen. Auch wenn die wenigsten sich mit Kunst über Wasser halten können, kann das Kunststudium für dich dennoch eine wichtige Erfahrung sein, und dich persönlich weiterbringen. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Wir brauchen Brotjobs, das ist klar. Wir brauchen aber auch etwas, das uns erfüllt und Freude macht und wenn wir das zum Beruf machen können, umso besser. Und das geht nur, wenn wir so viel wie möglich lernen und ausprobieren. Die Zeit in der jemand ein Leben lang bei ein und derselben Firma arbeitet sind längst vorbei.

Wir haben unzählige Möglichkeiten und oft auch viel zu viel Auswahl, aber wir sollten diese Chancen nutzen und uns weniger Sorgen um die Zukunft machen.

Ich für meinen Teil erzähle als alter Greis lieber die Geschichten aus meinem Leben als Architekt, Designer, Sozialarbeiter, Weltreisender, Entwicklungshelfer, Schafhirte, Helfer in der Tigeraufzuchtstation, oder was ich noch alles in meinem Leben machen werde.

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